Mazzarron und Meer

Ilva muss bei ihren ersten Ausflügen nach 3 Monaten Stillliegen einiges ertragen; hohen Swell, Sturm, dann wieder wenig Wind von hinten, von vorne, kleine Hafenausfahrten um die Ecke liegend; auch uns geht nicht alles gleich von der Hand: Autopilot ein, Autopilot aus (bei uns mit der Windfahnensteuerung nicht so einfach), Segel hoch, Segel runter, Halsen, Wenden, hat die Wellenbremse nun endlich fixiert? Der Segeltag vergeht mit dem Ändern der Ausrüstung. Müssen wir nochmal in den Wind schießen und die ausgebaumte Genua runternehmen?
In Garrucha liegen wir neben einem riesen Schotterwerk, da staubts. Freche Vögel schwimmen am Cabo de Gata. Sie rudern auch dann nur lässig davon, wenn wir genau auf sie zuhalten. Keiner legt einen Wasserstart für uns hin – die wissen genau, dass unsere Yacht keine Rennmaschine ist. Ein Mondfisch paddelt schräg an uns vorbei.
In Mazzarron liegen wir längsseits am Pier. Wie angeschraubt liegen wir da – ganz anders als in den vorigen Nächten, wo hoher Schwell die Marinas quasi fast überschwemmt. Im Hafen ist unsere Ilva ein Eyecatcher – auf ihr möchte man am liebsten barfuß gehen, sich draufkuscheln oder sich hinter der Glas-Sprayhood bei Wind verstecken. Im Puerto San Jose glauben wir zwei Bewunderer zu sehen, die so tun, als müssten sie unbedingt ein Papierchen in den Mistkübel werfen, um unser Schiff etwas beäugen zu können. Man fühlt sich ein bisschen wie im schönbrunner Tiergarten – aber auf der anderen Seite der Gitterstäbe.

Mazzarron ist eine geile Stadt für Segler. Kaffeehäuser, Restaurants, ein Edel-Döner-Stand, Geschäfte, Supermärkte in unmittelbarer Nähe. Schöne Duschen mit Klo, alles pipifein sauber. Einziger Wehrmutstropfen: Das Duschwasser lässt sich nicht regulieren – und deswegen kann das Duscherlebnis zum ersten Mal in unserem Leben nicht stattfinden – zu heiß, das Wasser kocht.

Weiterhin weigern wir uns, das hier Winter zu nennen, auch wenn die spanischen, feschen Damen diese Zeit nützen, ihre Winteraccessoires zur Schau zu stellen. Mit über 14° Minimum isses halt mal kein Winter, und nein, wir frieren nicht auch ohne hohe Stiefel und Fellkragen-Steppjacken, in Flip-flops und T-shirt. Wir warten noch auf Besuch, der morgen hier nach Marrarron oder nach Cartagena kommen wird. Eine nette Seglerei und herrliche Tage warten auf uns.

Wegen der schlechten Internetverbindung gibts heute mal keine Fotos – werden demnächst nachgeliefert. lg, eure BERTS

Kategorien: Reise Angenehm | Hinterlasse einen Kommentar

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