Das Wasser und die Wüste

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Gestern fuhr ich mit der U-Bahn über die Donau. Ich sah aus dem Fenster, sah, wie der Wind das Wasser zeichnete, kleine Wellen aufpeitschte, es zerstäubte, aufriss und Wellenspitzen mit sich fort zog. So, als wolle er das Wasser stehlen. Ich dachte mir kurz, wie schön es wäre, wieder das Meer vor Augen zu haben. Das MEER! Es zu riechen, zu schmecken, es einzuatmen wie einen gellenden Geist; ich dachte zurück, an die schöne Zeit, als wir am Cabo de Gata die Farben der Steine zählten, in der ewigen Hitze der Wüste, der Gelbheit des Sandes, der Schönheit des Abfalls – in der hellsten Sonne, die man je gesehen hat.
Die Donau erschien mir mit einem Mal schmal und gleichzeitig breit wie eine Bucht, wie ein Meereskanal droben in Holland – wo wir auch immer wieder gerne hinkommen und uns an der Verbindung aus Mensch und Meer erfreuen! In aller Künstlichkeit haben sich beide vereint, sich lieben und hassen gelernt.
Die Szene machte mich glücklich und traurig zugleich. Ja, mir ist klar, warum das so sein MUSS. Es gibt immer zwei Seiten, immer plus und minus; immer mehr UND weniger; selten PLUS allein. Ach ja, das hatten wir ja während unserer Reise schon des Öfteren. Dieses Thema scheint mich auch hier zu verfolgen.
Warum mich das gewundert hat? Wahrscheinlich, weil der Blick aus dem Fenster mir wieder einen Eindruck gab von der Schönheit dessen, was früher jeden Tag normal war, auf Ilva – nämlich Wasser und Wind. Gibts noch mehr? Gab es jemals mehr Meer?
Man arrangiert sich ganz sicher irgendwann mit dem Auf und Ab, mit dem, was der Wind hinterlässt, mit dem, das man gerade in der Sekunde serviert bekomt. Ich hoffe, die Zeit verliert nicht an Geschwindigkeit und vergeht so schnell wie im letzten Jahr. Irgendwann kommt der Frühling – womöglich schon schneller als gedacht. Irgendwann schmilzt auch hier wieder das Eis.

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