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Ein Hoch auf die Pityusen!

Wer oder was sind denn die Pityusen? Eine neue Biermarke? Pechstränen am laufenden Band? Sandalen mit neuem Aufdruck oder vielleicht verbrauchte Mosiko-Räucherstäbchen? Sessel aus Meerschaum? Aufgedunsene Bleichgesichter, verbraucht wie alte Maulesel? Nein, alles nicht: die Pityusen sind Inselchen der Balearen mit wohlklingendem Namen. PITYUSEN – kommt vom griechischem Begriff Nissoi pityussai. Die Griechen nannten die Inseln so wegen ihrer damals reichen Pinienwälder. Von denen ist aber jetzt nichts mehr zu sehen. Schön sind die Inseln jedenfalls trotzdem und wir waren dort – lagen quasi auf dem Weg von Ibiza nach Alicante am spanischen Kontinent. Nun gut, jetzt ist es raus. Pityusen sind etwas absolut normales, etwas, wohin jedermann/frau leicht kommen könnte, etwas wo der Otto-Normaltourismus Einzug gehalten hat, lange schon, gleich nach den kiffenden Hippies. Und es stimmt, man kann leicht dorthin gelangen (auch ohne Silikonimplantat). Man braucht nur mit dem Schiff von Mallorca nach Alicante zu segeln, dann fährt man einfach durch sie hindurch.

Auf einem Segelschiff lässt es sich hier hoch leben. Bei Espalmador wir liegen wir an einer (gratis!) Mooringboje. Die Bucht ist umschlossen von drei Seiten, das Wasser so platt wie am Erlaufsee, ein Haucherl von Wind weht angenehm frisch – dazu noch amüsante Unterhaltung vom Kommen und Gehen der Yachten – lustig anzusehen, wie Charterboote sich um die Bojen tummeln. Manche köpfeln von den Booten, gleich nachdem sie eine Leine durch die Mooringboje gezogen haben. Bei anderen Boatpeople beginnt das Boot wild zu schaukeln, nachdem sie angelegt haben. Manche sehen so aus, als seien sie schon Jahre hier – verschollen in den Pityusen, abgeschieden, nahe an den Ballermann-Metropolen des Mittelmeeres.

Seit einer Stunde sitzen wir im Cockpit und haben grade unsere Petroleumlampe angezündet. Seit einigen Tagen schon ist ihr Glasgehäuse derart verrußt, dass sie kaum noch Licht abgibt. Das macht aber nichts – der Vollmond blendet fast, in dem Licht könnte man ein Buch lesen.
Auf der einen Seite ist die Bucht von einem Postkartenstrand abgegrenzt (fischen verboten, deswegen wieder äußerst zutrauliche Fische und Möwen), auf den anderen zwei Seiten verlaufen Rifffelsen bis knapp über die Wasseroberfläche, nur ein kleiner Spalt ist Richtung See hin offen. Nachts möchte man hier nicht anlegen. Weiter vorne, wo die Insel sich um die Ecke biegt, laufen die Seen aufeinander auf, verkrallen sich die Wellenkämme ineinander, schlagen sich gegenseitig tot oder begraben eine unter der anderen mit einem „schlupp“ – ist nett anzusehen. Die Möwen kümmert es nicht – sie leben von Mahlzeit zu Mahlzeit. Gerade laufen sie eifrig an der Gischt entlang, noch nicht jede hat was im Schnabel. Aber alle sind aufgeregt. Kein Wunder – fast zwanzig Zentimeter hoch springen die Fische hier immer wieder aus dem Wasser. Am Strand laufen nackte Menschen auf und ab. Manche lassen sich sonnen, andere schrauben an ihren Dinghis herum oder feiern sich selbst mit erhobenen Händen und Affengeschrei (Ibiza ist ja nicht weit weg). Es gibt auch rosa Sand!! Da kann man sich ablenken und die Augen entspannen.

Gerade fährt ein kleines Motorboot vorbei und gesellt sich mit einem „Ooollllaaaa“ an ein anders kleines Motorboot – Festtagesstimmung in kleinster Atmosphäre. Außerhalb der Bucht, dort wo die Insel eine weitere großräumige Einbuchtung hat, liegen Schiffe, halb Privatyacht, halb Kreuzfahrtschiff. Einige sind dermaßen beleuchtet, dass es aussieht, als bräuchten die schon allein dafür ein Atomkraftwerk.
Enorm ist der Schiffsverkehr zwischen Formentera und Ibiza. Fähren, Kriegsmarineschiffe, 5-Master, kleinere Aquatour-Bummelschiffe, normale Motorboote, Segelboote, uralte Segelschiffe im Stil von Piratenschiffen wechseln sich ab und durchqueren abwechselnd oder alle zugleich die engen Durchfahren durch die Untiefen. Oben drein fliegt im Zwei-Minuten-Takt ein Passagierflugzeug in Richtung Urlaubsspaß oder Arbeitswelt. Man glaubt, in einer Metropole wie Paris oder Berlin angekommen zu sein. Dabei sieht man hier kaum ein Haus. Nur mehr Leuchttürme und die Leuchtturmwärterhäuser……

Links von uns will grad ein Motorboot die Boje aufnehmen. Sieht in der Nacht viel spannender aus, als am Tag. Als der Fahrer dann zehn Minuten später auf seinem Steuerstand den Motor abstellt, fallen mehr leere Bierflaschen zu Boden als Zylinder in diesem Motor sind. Vielleicht hat er nur vergessen, das Altglas zu entsorgen. Hu noos?

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Nobel in Andratx

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Seglerhimmel auf Cabrera

Nach zwei Nächten in Porto Cristo waren wir wieder dort, wo wir körperlich und geistig hingehörten. Frisch und munter, gekampelt und gschneutzt tat sich ein erster Seglerhimmel auf: ein ruhiger Liegeplatz, Internet an Bord, zehn Minuten zum Ort, einen Pool am Dach, eine Hafenkneipe in der Marina, bestes Wetter, gute Busverbindungen nach Palma und nicht zuletzt Tapasbars und Fastfood. Ein Ausflug nach Palma per Bus am dritten Tag tat uns gut – und versetzte uns endgültig wieder in den Normalzustand – mit 100 km/h durch die Landschaft zu brausen ist geil. Touristendasein hat auch was!

Die Hauptstadt Palma entzückt uns immer wieder. Die Kathedrale mit den umliegenden Parks, auf Kundschaft wartende Künstler, die Ramblas mit den Menschenmassen, die sich um die Blumestände schlängeln, Kinder in Buggys, die beim Näherkommen der Straßenclowns trotz Reisenseifenblasen aufheulen und sich sofort an Mutters Busen wünschen, Metallica aus der Akustikgitarre, Bettler, leere Bars, versiffte Typen in Spiderman-Kostümen, abgestürzte Persönlichkeiten – alle leben sie ihren Traum hier. Die Häuser Gaudis, die engen Gassen, die alten Stadtmauern und das Hafengelände laden auch uns zum Träumen ein. Wir ließen viel Geld in der Stadt, unter anderem auch im deutschen Bookshop. Abends gehts um ein Crewmitglied erweitert mit dem Mietauto wieder Richtung Porto Cristo. Schön, dass die Insel nicht so groß ist – und: Ein Mietauto ist noch besser als ein Bus (zweiter Merksatz in diesem Blog).
Reparaturen stehen am Programm. Ilva, die gute Alte, will Aufmerksamkeit und kriegt als Geschenk für die vielen zurückgelegten Seemeilen eine neue Auspuffanlage sowie eine neue Lichtmaschine und Keilriemen (dem Heinz sei Dank!), die endlich dem Ladebooster gewachsen sein sollen. Mal sehen.

Belohnung für die schweißtreibende Arbeit erhalten Papabert und Kindbert im Musikshop Musicasa, den wir noch selbstmotorisiert in den Suburbs von Palma aufspüren. Mit Akustikgitarre und einer Trommel gehts wieder zurück an Bord. 10 Minuten bleiben noch bis zum Zurückgeben des Mietautos, weil sonst fährt der letzte Bus ohne uns. Aber nichts leichter als das. Es ging noch alles gut aus – samt Mokka am Busbahnhof – aber im Laufschritt, vollbepackt und in freudiger Erwartung. Die Bootsnachbarn werden uns lieben, wenn wir mal ordentlich losrocken!

Obwohl noch nicht alles erledigt ist, wollen wir ein Stückerl weitersegeln. Die Ausgaben in der Marina drücken auf das Bordbudget. Also los in eine Cala (das sind die engen Felseinschnitte auf Mallorca, von einem Fluss in früherer Zeit ausgewaschen) zum Ankern. Cala Virgine verspricht per Handybilder türkisblaues Wasser, verzweigte Buchten und Ankerspaß. Mal sehen, wie lang wir dahin benötigen. Gerade nicht zu lang, um noch einen Ankerplatz zu kriegen, wie sich herausstellt. Aber wer will denn noch den Swell weiter angsteigen sehen als bis zur Einmeter-Welle? Der Wind ist es, der wieder einmal „falsch“ bläst. Dann hilft alles Schönreden nix – wir verholen uns in die nächste Bucht. Porto Colom erfreut uns auch. Nicht wegen der Wasserqualität (die Leine an der Mooringboje weckt den Brechreiz Mamaberts – sind die vielen braunen Batzerl tatsächlich….aber egal. Sofort an was anderes denken!!), sondern wegen den moderaten Preisen im Ankerfeld. Der Hauptplatz ist noch unbepflastert, die Tapasbar entspannt auch, wenn der Fußball von Kindbert den Gästen nahe kommt und es lässt sich dort gut der Tag verbummeln.
Doch irgendwann geht uns auch hier die Luft aus. Mamabert will weitersegeln. Ein Inselparadies im Südosten von Mallorca – Cabrera – soll Badegäste auf Ilva zum Wiederkommen verleiten und nach den vielen zivilisatorischen Verlockungen Natur ins Seglerleben bringen. Zweifel kommen auf? Obs dort auch so dreckig ist, oder vielleicht gar verlassen ist? Dort steht sicher ein ziemlicher Schwell. Doch wir überwinden uns und motoren trotz Flaute die fünf Stunden.
Und siehe da: erneut der Seglerhimmel. Wir steuern in eine fast rundum geschlossene Bucht mit Bojenfeld. Das Wasser ist wie in einem frisch geputzten Aquarium, azurblau, glasklar; Fische so zahlreich wie in der Fischzuchtanlage, Brassen, Barben, Drückerfische, Pfeilhechte und mehrere Stachelrochen tummeln sich ums Boot – ein Traum. Nur ein paar Häuser und ein Hafencafe sind an Land zu sehen. Ein Juchazer!!! Wir springen ins Aquarium!!
Eine hohe, scheckig braun-grün überzogene felsige Insel schützt uns vor Wind und Wellen. Höhlen wohin das Auge schweift, giftgrüne Kiefernwälder, irgendwann mal intakte Steinmauern. Hier grasten bis vor wenigen Jahren noch tausende Ziegen. Ein Kastell thront hoch über der Einfahrt und erzählt von Piraten und Fregatten – und von Kriegen. Um das Jahr 1800 sollen hier 5000 französische Kriegsgefangene verhungert sein – das gibt dem Ort eine besonders mystische Note (Kindbert will einen Totenschädel suchen gehen. Gefunden haben wir gottlob dann eine Falle für eine Ginsterkatze mit stinkigen Tintenfischen drin, das tuts auch).
Ja gibts denn so was: Fischschwärme, so neugierig und selbstsicher, dass sie nicht mal dem Kapitän ausweichen. Ein Drückerfisch will anscheinend nicht, dass die Windfahne repariert wird. Beim Abnehmen des Ruders lässt er sich fast streicheln. Ein riesiger Oktopus wird gesehen, mehrere (oh ja!!!) Stachelrochen gleiten wie ferngesteuert an der Oberfläche durchs Wasser – fast überfahren wir einen mit dem Beiboot. Kindbert und Papabert wollen auch einen Baracuda (oder zumindest einen ihm sicher ebenbürtigen Raubfisch) gesehen haben. Fein, eine intakte Natur in riesenbadewannenform unter uns zu haben – fast gratis.

Wir freun uns riesig. Hatschn zum Kastell, rüber über die Berge zum Leuchtturm, zum Cafe und zurück per Dinghi, checken unsere Mails, unterrichten Kindbert. Nicht mal Regen kann unsere Stimmung trüben. Also unser Tipp an alle: Vergesst die Südsee, auf nach Cabrera!

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Drei Tage auf See – Mallorca erwartet uns

Flagge

Vier Nächte des Wartens in der Marina von Calasetta im äußersten Westen Sardiniens waren genug. Wir wollten weg. Nicht, dass uns der Marinero nicht unterhalten hätte. Headbangend saß er immer in seinem Büro mit Rammstein aus dem Laptop. Die Menschen hier waren nicht das Problem. Das Problem war eher, dass uns eine lange Überfahrt bevorstand, eine ungemütliche obendrein und schon am Donnerstag abends soll es bei Menorca auffrischen, bis zu 25 Knoten. Das wollten wir uns sparen. Also raus in die Wildnis – sind eh nur 250 Meilen bis zu den Balearen. Drei Tage hatten wir Zeit, laut Wetterberichten. Viel Wind unten an der Nordafrikanischen Küste, viel Wind im Golf von Lyon im Norden – und wir – dazwischen. Schon 20 Knoten auf der glatten Wasserfläche, gepaart mit aufschiebenden Wassermassen ergeben eine speibüble Suppe – auf Dauer.

Aber bloß nicht ohne Sprudel fahren – wer weiß schon, wie weit uns der letzte Champagner-Tank bringen würde … Wieder mal gabs keine Tankstelle in der Marina, wir mussten auf die nahegelegene Insel Carloforte zum Tanken – eine Stunde Fahrt. Tiefgang nur 1,5 Meter, wir haben 1,4 unter Wasser – puh eine kleine Welle und es wird eng. Ein geschäftstüchtiger wie freundlicher Marinero griff uns schon weit vor der Hafeneinfahrt mit der Gummiwurst auf und fragte nach unserem Tiefgang. Alles paletti, wir legten an. Tanken? Ja tanken könnten wir, und er zeigte auf die Straße. Wir sahen seinem Fingerdeut mit großen Augen folgend zu, auf die Hauptstraße, auf eine Kreuzung – dahinter eine Agip – leider keine AWI. Ja ja, er nickte freundlich. Zum Glück bauen die Italiener ihre Tankstellen so nahe an ihre Marina-Büros, dass man sie vom Pier aus sehen – und per Kanister sein Boot betanken kann.

Einen Sicherheitsanruf tätigten wir noch (auf Anraten des Kapitäns): Wenn wir uns am Samstag bis Mittag nicht telefonisch gemeldet haben, so solle man uns doch suchen lassen. Und gleich darauf gings hinaus aufs offene Meer. Meterhohe, knallharte Wellen rollten von vorne an und hoben uns und alles rund um uns als auch in uns (Mägen, Blasen, Gehirne) einige Meter in die Höhe, im fünf Sekundentakt. Komischerweise rutschte das Herz kurz in die Hose — nach einer Eingewöhnungsphase kams aber eh wieder an den richtigen Platz.

Die Wellen standen hoch, weil der Meeresboden hier sehr steil nach oben steigt (es ist ja immer gut, wenn schlechte Dinge eine fachlich-fundierte Erklärung kriegen). Wir segeln einfach weiter, draußen wirds sicher besser, da glättet sich der Meeresboden. Das Meer mags nicht, wenn es zu viel zusammengedrückt wird (erster Merksatz in diesem Blog).

So wars dann auch, die Wellen waren zwar noch hoch, aber gutmütig…. langgezogen, ohne Gischt mit gutem Abstand dazwischen hoben sie uns hoch und setzten uns hernach wieder nieder. Kindbert hat es mit dem Götterblitz im Prater verglichen, obwohl er niemals damit fahren würde.

Der Windgott meinte es besser mit uns als der Wassergott. Konstanter 3-er Wind von Nord bei Kurs West, das ergibt ein leichtes Amwindsegeln. Ilva stampft gemütlich, rollt dafür aber nicht. Der Windfahnensteuerung gefiels ebenso. Wir mussten kaum steuern auf diesem fünfzig Stunden. Nur in der Nacht verließ uns der Wind und wir ließen unseren Perkins straucheln. In der Nacht wars auch immer etwas unheimlicher als am Tag. Das gewittrige Wetterleuchten von Nord-Ost und Süd erinnerte uns stets daran, Kurs zu halten und schnell zu bleiben. Aber, mehr als hohe Wellen waren zum Glück vorerst nicht drin.

Dies war dennoch hinlänglich genug für uns —- es belebte alle Dinge. Der eben noch brav liegende Senf hüpfte bei plötzlicher Welle grandios mit einem Looping auf den Rand der eben vorbereiteten Salatschüssel, welche gemäß den Hebelgesetzen freudig den Salat durchs halbe Cockpit schleuderte. Na ja, gibts halt Hamburger ohne Salat. Es klapperte, klimperte, ächzte und klopfte überall, das Backrohr mit seinen Innereien schrie lauter als der AIS-Alarm (ja auch dieses Gerät konnte wieder nicht umhin, alle verlorenen Ziele immer wieder neu zu melden).

Es war wie im Spukschloss, wo sich die Gänge verbiegen, Stufen plötzlich nicht mehr gerade sind, Haltegriffe aus der Reichweite verschwinden, alle Ecken und Kanten den Gliedmaßen entgegenspringen – gottlob sind wir nicht schlecht gepolstert. Klogänge wurden zur Expedition und der Abwasch zur Grauwasserdusche. Letztlich haben wir uns auf das Mindeste beschränkt. Sitzend oder im Cockpit liegend, eine(r) am Ausguck. Nur Kindbert schaffte es, geistige Leistungen zu erbringen: Fernsehen und Games am Handy konnte er am Rücken liegend gut aushalten.

Ein dunkles ruderndes Objekt entlockte dem seekranken Papabert dann doch einen Stellungswechsel: eine Schildkröte paddelte mutterseelenalleine durchs offene Meer. Wo die wohl ihre Eier abgelegt hat?

Ein Blick aufs Navi zeigt an, dass wir schon zu weit nördlich segeln und wir wundern uns, warum unsere Windsteueranlage keinen Kurs unter 270 Grad schafft – dummes Ding, muss ein Dilettant gebaut haben (???) – wir steuern von Hand und merken, dass ein Kurs unter 270 schlichtweg unmöglich ist. Die Wellen sind so stark, dass sie Ilva immer nach Norden versetzen. Jede Richtungsänderung wird zur Aufgabe an Mensch und Maschine – und zur Bewährungsprobe für die Ruderanlage.

Wir zählen Wellen, Sterne, Stehminuten im Cockpit, Stunden, Seemeilen vor und zurück. Es ist uns nicht gelungen einen Witz oder einen Schüttelreim zu erfinden, so geschüttelt waren unsere Gehirne. Drei Tage im selbem Gewand, salzverkrustet, unfriesiert, auf unseren Schlafsäcken eng am Boden beisammen sitzend (oder meist liegend) wie Hausbesetzer aus den späten Achzigern, so kamen wir schließlich auf den Balearen an – und wollten so schnell wie möglich bei Menorca ankern, in den Hafen einlaufen, stehen bleiben, ausruhen. Aber im Hafen meldete sich niemand und dunkel war es auch noch. Die Steilküste, an der die Gischt hoch aufspritzte, lud auch nicht gerade zum Ankern ein. Mittlerweile haben wir Schiss vor so engen Schluchten, vor allem mit diesen verschlafenen Augen und diesem vielen Wind. Schnell war klar, wir fahren noch 50 Meilen weiter nach Mallorca, denn, da wollen wir ja wirklich hin und außerdem kommt doch übermorgen unsere Freundin an. Seekrankheit und Migräneanfälle mal beiseite – Kurs SW, Wind von hinten und nochmals Ritte auf Wellen und durch Täler bist speibst. Nochmal acht Stunden Geschaukel, dann die Einfahrt in die Cala Porto Cristo suchen und anlegen, untypisch mit elegantem Einkehrschwung, mit Pirouette in die Garage. Noch ein Blick rundum vom Boot aus: Häuser, Menschen, Straßen, Busse, Kaffeehäuser, Burgerking (oh ja…..), alles da. Freuen, stolz sein und schlafen bis der Hunger das Schlechtweh endgültig besiegt. Ausschalten.

Yacht PortoCristo Lifesaver Felsen Esel Aft

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Die Liparischen Inseln – voll im Antrunk, mächtig im Abgang

Stromboli

Nach der Durchfahrt durch die Straße von Messina mit 3,5 Knoten Gegenströmung (die ist übrigens zwischen Vulcano und Cefalu noch deutlich zu spüren) und dem endgültig im Fahrwasser verblichenen Strudel(n) und Stromschnellen glitten wir mit Motorkraft in Richtung Stromboli. Schnell tauchte er auf aus der diesigen Umbläuung – kein Wind, keine Wellen, nichts was darauf schließen ließe, man sei in der Thyrreneischen See. Je näher wir kamen, desto mächtiger baute er sich auf, Vulkan mit Wolkenhäubchen, Einschnitte, Grasflächen wurden sichtbar, erste Häuser, Boote, Fährschiffe, in Häufigkeit stark steigend. Wir fanden Schutz an einer Mooringboje für die erste Nacht an der ungeschützen Nordseite im verträumten Tropenstädchen – zunächst mal – bis sich unser Kleinster am nächsten Morgen ans Schnorcheln machte und dem Kapitän mitteilte, die Mooringleine ist nur oben so dick, unten sei nur ein dünnes Seil dran, er glaube, die sei gar nicht richtig angebunden. Es folgte ein Captains-Köpfler ins Nass. Tatsächlich, nur ein Zwirnsfaden hielt die Plastikboje –also verlegten wir in das stark frequentierte Ankerfeld noch weiter nördlich. Knapp gings zu. Im seichten Wasser lagen die Boote wie Sardinen in der Dose, dazwischen (ja man glaubt es kaum) brausten die mächtigen Gummiwürste mit 300 PS an uns vorbei. Der Swell durfte sich sehen lassen. Der Besitzer der Mooringboje teilte uns dann freundlich mit, er verlange 40 Euro pro Nacht. Er komme später vorbei. Gekommen ist er dann nicht wieder – grins.

Schon in Reggio wussten wir, dass am zweiten Abend ein Gewitter anrollen sollte. Genau an dem Abend, an dem die Tour auf den Stromboli geplant war. 25 Euro pro Person, geführt, 940 Meter steil aufwärts bei Nacht. Vormittags noch mutig und in freudiger Erwartung, wurde unsere Angst doch schnell größer, nachdem sich um 13:00 Uhr keine einzige Yacht mehr im Ankerfeld aufhielt. Eiligst fuhren wir ab nach Panarea, einer kleinen – wie sich herausstellte – Partyinsel mit einer nach Westen hin geschützen Bucht.

Panarea

Mächtig waren sie – die Boxen im Ort Panarea und das Unwetter, das am Abend über uns hinweg fegte. Die angesteuerte Bucht war voll belegt, der Anker hielt an einem Mini-Plätzchen ganz in der Mitte vieler Boote nicht so toll, somit an die Mooring. Der Typ vom Mooringfeld verlangte 100 !!! Euro für das Anlegen, aber wir sagen euch, jeder Euro war gut investiert – zumindest in dieser Nacht (auch der Mooringmeister wusste, dass wir jeden Preis zahlen würden, bei DEN Wolkenformationen!). Windspitzen bis 40 Knoten rasten über uns hinweg, die See kam uns von allen Seiten nah an die Pelle, hob das Dinghi in der Welle so hoch, wie wir im Cockpit saßen, vielleicht hat es sich auch einfach draußen gefürchtet und wollte zu uns ins sichere Boot. Der Sturm ließ uns keine Minute schlafen, nur Kindbert überstand alles in der Vorschiffskabine (die, mit den meisten Schiffsbewegungen), büselte tief und fest bis in der Frühe. Er ist nun tatsächlich „seefest“ geworden. Es musste kräftig mitgesteuert werden, um Ilva das Dasein, angekettet an engen Leinen im (viel zu engen Bojenfeld), zu erleichtern. Von weitem war zu erkennen, dass das Zentrum des Sturmes weitab von uns durchzog und wir nur die Ausläufer zu spüren bekamen – die Wolken zogen rasch über den Himmel, wurden sichtbar wenn dahinter die Blitze zuckten. Etwas auf einer anderen Insel sah aus wie ein Lavaausbruch — hell gelb-orange hoch oben am Berg, aber wer weiß – vielleicht ein inszeniertes Schauspiel für finanziell potente Insulaner.

5:00 Uhr früh: Papabert nickte für 15 Minuten ein. Plötzlich ist das Nachbarschiff, ein schnittiges größeres Motorboot, nur mehr ca. 50 cm !! von unserem Bug entfernt. El Capitano hastet zum Steuerstand, startet die Maschine und fährt rückwärts. Das war knapp. Der Skipper der anderen Yacht war nicht zu sehen. Während des Sturmes kam der Mooringmann 2 Mal und sagte uns, wir müssen unseren Leinen verlängern, der Sturm sei zu stark. Ok, verlängert haben wir, aber nur bis zu diesem Vorfall. Segelboote und Motorboote haben unserer Meinung nach einfach andere Schwoj-Gesetzmäßigkeiten, das merkt man erst, wenns schon fast weh tut. Gottlob geht aber auch jeder Sturm einmal vorüber und es erscheint wieder ein Regenbogen um die Ecke. Wir verholten uns ein Stück weiter rüber – weil auch nicht mehr Swell und 100 Euro weniger tun auch gut — in ein Ankerfald vorm Ort. Das Anlanden war ein Kulturflash. Optische und akkustische Flutwellen von modernen Kulturlandschaften überrollten uns und wir flüchteten binnen Kurzem weg von den vielen Touris zum einzigen Ort, wo es ruhig war, dem Friedhof. Allen, die auf Panarea zur Ruhe kommen wollen, sei er ausdrücklich empfohlen.

Vulcano – Gelso

Ankern in Vulcano, in Porto di Levante – so hätten wirs gerne gemacht. Und es war auch noch gar nicht spät am Tage, als wor dort nach 3 schönen Segelstunden ankamen. Ein Typ von der Mooringboje war schon parat, fragte uns, ob wir eine wollten, selbstbewusst wählten wir die Worte Anchor, Anchor – er lächelte. Nicht ohne Grund. Das Ankerfeld und alles andere auch in diesem Teil des Meeres war schon von schwimmenden Untersätzen, Yachten, Megayachten und kleineren Fuzibooten belegt. Nixo Anchor bei unserer Kettenlänge – das schmerzt. Wir motoren angefressen um die Insel nach Süden, nach Norden, letztlich rundherum und finden schlussendlich eine Stelle in Gelso – nicht zu tief und nicht zu knapp zu den anderen Booten (die letzten Erlebnisse waren uns eine Lehre) einen Ankergrund auf sechs Meter. Bis dato war dieser Platz der ruhigste seit der ganzen Reise. Auch die Bucht ausnahmsweise mal ohne Disko, nur mit einem beschaulichen Standl und ein paar Sonnenschirmen, einem Hotel für an Einsamkeit gewöhnte Autisten, einer Mini-Mole und (dem Himmel sei Dank) einer Straße nach Porto di Levante. Wir haben nämlich unserem Kindbert eine Vulkanbegehung versprochen und der große Krater kann nur von dort aus begangen werden. Und los gings am nächsten Morgen per Bus in den Touristenpfuhl Porto di Levante. Kindbert war enttäsucht, dass aus dem Krater keine Lavabrocken auf uns geschleudert werden und wir nicht durch glühende Ströme flüssigen Metalls wandern mussten, aber ja, die heißen Schwefelherde oben am Rand der steinigen, heißen Rietschn waren ihm dann auch unheimlich, verdammt giftig das Zeug – aggressiver Dampf und heiß. Das war endlich einmal spannend genug.

Es ist verdammt hart, mit den modernen Medien und all ihrer hysterischen Aufgeregtheit bei einem solchen Trip mithalten zu können. Diesmal ist es uns gelungen, vielleicht, weil Mamabert eine tatsächlich sichtbare (wenngleich nicht zu schwere) Verbrennung von den Schwefeldämpfen davon trug und Papaberts Augen mächtig brannten. Kindbert dachte schon an eine bedrohliche Vergiftung. Entspannung brachte dann das Bad im Schlampfuhl…..heiß von oben, heiß von unten, überall blubberts gelb-grau und alle stinken gemeinsam nach faulen Eiern. Besonders sehenswert: weiße und sicher sündhaft teure Bikinis optisch einwandfreier Frauen und bodygebildete Männer mit eitergelben Stinkeschlamm besudelt. Gefällt uns – Roots, bloody roots.

Beim Ablegen nach Cefalu gabs noch einen kleinen Zwischenfall: Nach zehn Minuten Motorfahrt (kein Wind- eh klar) würgte unser Motor eigenartig. Zum Glück nur wenig Fahrt und gleich abgestellt – ist das Getriebe hinüber? Hat sich was in die Welle gezwängt, das nicht hin gehört – oder vielleicht was um die Schraube gewickelt?? Erst mal Genoa setzen, um nicht ins Kap zu krachen. Troubleshooting light – nach einem Blick in die Bilge war klar, das kann nur was am Propeller sein. Und tatsächlich: eine ewig alte Luftmatratze schwang sich über den Propeller und wollte in ihrem Leben noch ein letztes Mal wichtig sein. Aber nicht mit uns – in schwarzer Taucherbrille und Wednesday-Unterhose (das beliebteste Segleroutfit) war es dann rasch klariert. Der Schreck blieb eine Zeit in unseren Gliedern stecken – so schnell kanns gehen. Und wer sich fragt, ob das für Kindbert nicht spannend genug war – der hat geschlafen.

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Nachtrag: Reggio: Welcome to Saverio-Land

Die Marina in Reggio besitzt den Charme eines Betonbassins der späten 70 Jahre. Der Hafenboy sieht ruhigen Gewissens zu, wie der Bug der Yacht der Kaimauer unsittlich nahe kommt und auch, wie Mamabert mit der Grazie einer Seekuh vorn über den Bugkorb hechtet, um diese aufzuhalten.
Es windet stark – Ilva ist kaum von der Kaimauer fernzuhalten – die Moringleine muss mit Hilfe eines motorisierten Beibootes durchgesetzt werden. Trotz Zweifeln des Skippers ist es laut Havenboy nicht nötig, eine zweite Leine zur Sicherheit zu erhalten und eine Spring auszulegen ist nicht erlaubt. Na Bravo – ein herzlicher Empfang dafür, dass die Marina halb leer steht und das zur Hauptsaison.
Aber seis wie es sei – wir riechen die „City“ und erinnern uns all unserer Wünsche, die wir auf See erfolgreich verdrängt haben. Kindbert will seine verloren gegangene Angelrute durch eine neue ersetzen, das Ende von Papaberts einzig sozial-verträglicher kurzer Hose nähert sich in riesen Schritten (sprich Löchern) und dann wär da noch eine potentere Nachfolgerin der 7-Euro Sonnenbrille von Mamabert gesucht.
Kurz: Wir haben Wünsche und Begehren und dem soll Rechnung getragen werden. Doch zuerst – der übliche Schönheitsschlaf. „Hello! Salve! Hello, Austria“ schallt es über den 40 Grad heißen Schatten. Im Boot regt sich nix – wir haben keine Lust. Aber das scheint ein örtlich ungültiges Signal zu sein. Die Rufe werden lauter. Schicksalsergeben kriecht Mamabert – im Bikini – unter dem Sonnensegel zum Bug und steht einem kleinen, älterem Herrn gegenüber, der sie gnädig begutachtet und ihr eine Karte hinhält. Saverio ist sein Name, sein Geschäft im Hafen: Einfach alles. Vom Reggio-Guide, über privaten Käse und Weinverkauf, Taxifahrten, Bootsservice und Ersatzteilhandel bis hin zum Wäscheservice.
Alles ist möglich – Best Service – best Price. Er überreicht mit reichlich Stolz lächelnd seine Visitenkarte mit ausschweifender italienischer Erklärung. Schläfrig und etwas überfordert gibt sich Mamabert untentschlossen und verkriecht sich wieder in ihre Höhle. Sache erledigt? Weit gefehlt. Als wir (Anm.: Stunden später) Richtung Bahnhaltestelle flanieren und an der Marinareception (einem Metallcontainer mit Plastikstühlen davor) vorbeikommen, wetzt Saverio unglaublich behende auf uns zu und bietet seine Dienste dem Capitano an. Unentschlossene sind ja bekanntlich die besten Opfer, wenn es heiß ist überhaupt. So sitzen wir in seinem Taxi und freuen uns darüber, dass 10 Euro eine gute Investition sind und wir dann in der City wenigstens früher zum Essen kommen. Da haben wir Saverio noch nicht gekannt. Lächelnd bleibt er bei Affenhitze voll entspannt und überreicht uns eine Anzahl von Kopien, wo er in einem amerikanischen Reiseguide der 80er Jahre für seine Originalität und Dienste als Lokalcolorit gelobt wird. Es wird dies auch laut durch ihn verlesen, Punkt für Punkt. Witzig, aber nein, kaufen wollen wir nichts, jedoch können wir nun in die City fahren? Sicherlich — Wir kriegen auf italienisch erklärt, was an uns vorbeirauscht: Nein, wir brauchen keine Früchte. Kurz darauf halten vorm Iper Simply Einkaufsmarkt an der Ausfahrtsstraße irgendwo Richtung Norden. Das ist nicht die City. Saverio verlässt das Taxi und geht hinein – wir bleiben verdutzt zurück und Mamabert kriegt den ersten Lachkrampf. Was wird das? Saverio kommt kurz danach mit einer Palette Bier und einer 6er-Packung Tiefkühleis-Kornettos (Schoko-Vanille nicht Erdbeer, tja leider) für Bambino und uns. Naja, jetzt wirds wohl ins Zentrum gehen – die Eise zergehen schon. Die Straße schaut gut aus, die Richtung auch, aber gleich danach gehts rechts raus in eine Siedlung. Saverio telefoniert, winkt aus dem Fenster, hält vor einem Einfamilienhaus. Es kommen weitere Männer – räumen den Kofferraum aus und wieder mit anderen Dingen an. Unser Erstaunen kennt keine Grenzen – unsere Geduld schon. Na jetzt wirds wohl werden, sicher hat er nur kurz was gebraucht.

Aber da gehts auch gleich wieder weiter, wir brausen an seinem Haus vorbei und halten wenige Kurven weiter vor einer kleinen Lagerhalle aus Blech. Saverio wieselt heraus, öffnet die hintere Tür – ein Ersuchen ums Aussteigen – und verschwindet in der Hütte. Wir verlassen (jetzt schon leicht verzweifelt, aber immer noch wohlerzogen höflich) das Auto, in der Hand schmelzen die Kornettis – welche Mamabert rasch an den Mann bringt.

Ein Tor wird zurückgeschoben, wir stehen in einer Werkstatt, Boote hängen von der Decke. Maschinen und Gerätschaften, viele Kühlschränke, Neonleuchten, eine Kinette. Wir fühlen uns entführt – ohne Stockholmsyndrom. Saverio ist ob unserer Blicke unbeeindruckt, wahrscheinlich reagieren alle seine Gäste bei seinen Überraschungsfahrten angfänglich so und er ist es gewöhnt. Es öffnet sich das Tor vorne und ein Strand mit Katzen, ungefallenen Bäumen, allerhand Kramuri und einem bellendem Hund in einem selbstgemachten Zwinger mit einem Napf rohem Fleisch wird sichtbar. Wie kommen wir nun in die City? Saverio heißt uns mit unerbittlicher Liebenswürdigkeit willkommen, tätschelt Hände, bringt Stühle. Öffnet eine Flasche Wein, füllt unsere Gläser und begibt sich zu einem der vielen Kühlschränke wo er einen Laib Käse mit einem großen Messer bearbeitet und uns Kostproben überreicht. Er war früher Marinero, dann Cucinero, dann Skipper, jetzt macht er alles. Ah….wir sind auf einer Promotion-Tour. Es werden Erinnerungen an lange und mühselige Werbe-Busfahrten aus unserer Kindheit mit unseren Großeltern wach. Kindbert ergibt sich als erster und geht mal zum Meer.

Der Ausblick auf der anderen Seite der Hütte ist genial, wir sind verblüfft. Ein kleiner Naturstrand, Messina am anderen Ende der Meeresenge erscheint uns als ein reizvolles Ziel und wir wünschen uns dorthin, oder wenigstens in die City von Reggio. Aber es hilft alles nix, die Gläser werden nachgefüllt. Essen wär jetzt gut. Statt dessen wird Mamabert schier aufgefressen vor Zuneigung (die auch inbrünstig gezeigt wird, sobald Papabert sich auch nur kurz umdreht) Papabert wird mit Alkohol abgefüllt, die Nachbarn kennen wir weitere 30 min später mit Vornamen. Sie sind sehr nett. Es wird uns ein gratis Ankerplatz angeboten.
2 Stunden später haben wir 6 Flaschen Wein gekauft und einen ganzen Laib Käse (weil einen halben gibts nicht, leider) und sind nun endlich anscheinend (kauf)willig genug gewesen um nach Reggio gefahren zu werden. Noch Obst – weil da wär die Gelegenheit? Aber nix da, der Capitano bleibt hart und will in die City – wir verlassen das Taxi mit einem Tipp für eine Pizzeria und freuen uns, es überstanden zu haben. Müde gehen wir durch eine Gasse, sind extrem hungrig und geschafft und spazieren nach dem Essen, welches tatsächlich gut und günstig war, zu Fuß zurück zu Ilva. Wär gar nicht so weit gewesen.

Am nächsten Morgen schon hilft Saverio erneut. Die Tankstelle der Marina hat geschlossen – für uns ein Desaster, weil unser Tank ist leer, so kommen wir nicht von hier weg. Doch rasch sind Kanister organisiert – Taxi? Selbstverständlich gern und schon gehts ab zum Dieselkauf, 100 Liter. Danach werden noch Lebensmittel gebunkert und Früchte in Saverios Obstgeschäft gekauft. Sehr lecker.

Das übernächste Schiff im Hafen gefällt uns – es sind Annaberger auf Weltumsegelung. Sehr witzig –  trinken abends ein Bier am Pier, tauschen uns aus und sehen Saverio zu, wie er Geschäfte an Land zieht – aus sicherer Entfernung. Gleich am nächsten Morgen wollen wir wieder los. Unsere Shoppinggelüste sind verflogen – wir müssten ja stets an Saverio vorbei, der sichtlich traurig ist, als wir ihm mitteilen, dass wir früh ablegen. Warum, das wissen wir nicht. Vielleicht gabs zu wenig Geschäft dieses Jahr, vielleicht auch zu wenig Gesellschaft. Wie auch immer, wir sind der Überzeugung, Reggio ist eine tolle Stadt, auch wenn wir sie letztlich gar nicht gesehen haben.

Kurz vor dem Ablegen meldet uns ein dumpfes Geräusch, dass etwas auf unser Boot gefallen ist. Croissants — wir rufen noch Mille Grazie hinter Saverio her, der winkend über den Pier radelt und legen ab.

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Nachtrag: „Bei Italien unten dann rechts“

„Bei Italien unten dann rechts“ lautete oft die Antwort auf die Frage: „Wo wollt ihr denn eigentlich hin?“. Bei Italien unten dann rechts. Je näher das Ende der Bauphase rückte, desto öfter wurde sie gestellt, so schien es uns. Aber what the hell bedeutete das eigentlich? Etwaige Leerstellen taten sich bei Befragten und den Befragern auf, was den Gesprächsfluss normalerweise aber nicht hemmte.
Yachten haben ja keinen Blinker, vielleicht ein paar Lichter in allen möglichen Farben, aber dieses Rechts-Abbiegen war leichter gesagt als getan, ohne Vorstellung vom Spurwechseln auf einem Meer.
Jetzt – bei der ersten Ankerwachen – und nach dem Abbiegen – gibt es zumindest einige Antworten, die den damals Fragenden auf diese Weise nachgereicht werden können. Wer mittlerweile eine Antwort gefunden hat, kann nun getrost in anderen Websites surfen – wer sich vom nachfolgendem Text eine erwartet, wahrscheinlich auch.
So wagen wir eine lose Zusammenschau äußerer Veränderlichkeiten, die uns bei der Durchreise ins Auge gesprungen und im Hirn geblieben sind – oft auch ohne Sinn und Zweck.

 1. Die Grillen zirpen leiser, die Stranddiskotheken werden hingegen lauter. Lauter wird auch unser Beiboot und potenter! Endlich haben wir einen Außenborder erstanden. Honda 2.3 Aircooler. Die Fischer in Ciro Marina waren erstaunt, wie rasch sich unser Portaklappboot aus der Nachkriegzeit (wenn du es mal nicht findest, such nach einem beigen Ikea-Kasten oder einem umgekippten Bücherregal) zu einem 007-Bond-Mobil aufrüsten lässt.
Verdanken tun wir den Erwerb des Motoris erstaunlich vielen Personen, die uns unterstützt haben – der freundlichen junge Herr im Marina-Hafen-Beisl, der – ohne uns genau zu verstehen – unser persönliches Taxi-Unternehmen war, weil es im Ort kein Taxi mehr gibt. Ob das wegen der Krise ist, war nicht zu klären. Signore Salvatori Flori und seine Mannen im Flori Motori Shop (den wir hiermit ausdrücklich lobend erwähnen wollen und der bitte wirklich so heißt!!), die – immer heiter wie es uns erschien – trotz unseres wahrscheinlich eigenartig anmutenden Auftritts (aus dem Nichts erscheinend, mit etwas Bargeld in der Hosentasche, ohne Fiskalnummer (wos is des?), Ausweis, Italienisch-Kenntnissen und mit tagelang getragener Wäsche) Geduld, Muße, Humor und ihr Wort gehalten haben.

2. Die Siestas werden ernst genommen, dann gibts auch kein Essen in der Bar Centrale, in der abends auch der Wein endete, aber schon bevor der Kapitano bestellte!

3. Hässliche Bettenburgen weichen richtigen Castellen aus alter Zeit.

4. Manche Dinge des täglichen Lebens werden (noch) billiger, wie z.B. Liegeplätze oder Wassermelonen. Letztere bleiben leider dennoch gleich schwer und stellen somit trotz ihrer Beliebtheit bei der Crew eine Herausforderung für die Einkaufslogistik dar. Wasser oder Wasserlemone – beides ist einfach nicht zu „dazahn“. Andere Sachen verschwinden gänzlich aus dem Blickfeld, z.B: Sauerrahm oder Wetterberichte oder die Duschen in den Marinas.

5. Englisch als Mittel zur Verständigung und W-Lan als Mittel zur Verbindung zur Außenwelt werden zur Gänze unnützt, bzw wirken extraterrestrisch. Da hilft ja spanisch noch besser um in Internetcafes schwitzend vor überalterten Win 98 Programmen zu sitzen beim Email schreiben.

6. Die Delphine (auch die Quallen bittesehr) sehen hier größer aus und sind viel weißer, was gut ist, weil man sie dann besser im Wasser ausnehmen kann.

7. Es bellen viel mehr Hunde in den Gärten der Häuschen in den kleinen Buchten. Wir sehen auch weit mehr Müll – zu Wasser und zu Land, leider – und es galt, die ersten Ölplattformen zu umrunden.

8. Die Kursnadel zeigt schon ein W (vielleicht steht es ja für „winterlich warm“) vorne in der Kurve und die Sonne scheint nun kaum mehr nach Mittag über der rechten Schulter sondern meist von schräg rechts vorn. Das ist gut, weil damit stimmt der Kurs, aber auch blöd, weil da nutzt das Sonnensegel vom Cockpit nix.

 9. Manche „neu erworbenen alten“ Bücher werden aus dem Regal nach vorne gekramt und nächtens gelesen, z.B. das Thyrrenische Meer, 1979 (im Hafen mit Urs aus der Schweitz gegen das Pielachtalbuch von Fritz getauscht), andere werden begeistert nochmals von vorne begonnen, wie z.B. Tom Sawyer von Mark Twain, weil es Kindbert hinlänglich amüsiert.

10. Es gibt nicht mehr soviel zu fluchen wenn die Selbststeueranlage neu justiert werden muss und letztens gelang sogar ein Manöver, ohne sie auszukuppeln. Wenn der Wind dann noch wenigstens etwas gehustet hätte, hätts funktioniert. Ganz sicher.

11. Der Geschwindigkeitsmesser möchte sich anscheinend nicht mehr aufs schnöde Messen reduzieren lassen und hat seinen Job an den Nagel gehängt, gleich neben ihm hat Garmin erfreulicherweise endlich akzeptiert, dass Yachtunfälle vor der kroatischen Küste außerhalb unserer Reichtweite liegen und endlich aufgehört „Notfallsignal“ zu piepsen. Dies tat er beinahe ohne Unterlass die letzten 3 Tage – was sein sonstiges 24h-Engagement auf eine Breaking-News-Tätigkeit beschränkte.

Um die Ecke ist eben vieles anders, mehr, als man zuerst denkt. Manches bleibt aber auch gleich: Die klaren Sternenhimmel, die Tagesetmale rund um die 40 Seemeilen um nach Sizilien zu kommen bevor der Herbst da ist, die Herausforderung, dass 3 unterschiedliche Personen ihre Bedürfnisse auf kleinstem Raum stillen wollen, die Schwimmrunden ums Boot (absolutes Novum: Quallen-Ausguck vom Deck aus, damit die Schwimmer sie nicht zwischen die Zähne kriegen) und die gemeinsamen Fussball-, Schnorchel- und Brettspiele, die abendlichen Spaziergänge, die Sorge um die Funktionstüchtigkeit aller Gerätschaften, die nächtlichen Gelsen-Jagden nach harten Attacken, das Telefonieren mit zuhause zu feierlichen Anlässen. Auch der Sound von Kindberts Tom-und-Jerry-Collection und das Lachen von Alf über unsere Boot-Sound-Anlage – und unseres hoffentlich auch.

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Brindisi – Perle im Abfall

DSC00527 Brindisi hat uns echt überrascht und Entspannung gebracht. Nach zwei Nächten vor Anker (mit voller Disko-Dröhnung bis 3 Uhr in der früh volle Kanne „Onki, Onki, Onki, Onki“) und auffrischendem Wind inklusive hohem Swell von der Seite versuchten wir um 6 in der Früh so schnell wie möglich in den Hafen zu kommen. Hoher Seegang vor der Einfahrt, fast hätte er unsere Ilva verschluckt. Dann kommst du rein in das Hafenbecken und du bist dir nicht mehr sicher, ob nicht doch hier die erste Atombombe hochgegangen ist. Riesige Schiffe, eine gehörige und gestunkene Raffinerie (klar, irgendwo muss das Zeug ja herkommen), Schlepper, heruntergekommene irgendwann-mal-stabile-Kastellos, man glaubt, dass das nicht mehr besser wird. Aber: Brindisi hat eine tolle zweite Seite. Erst mal, die Altstadt. Enge Gassen voller Autos und Mupetten (wie wir im Pielachtal sagen), morbider Flair… genauso, wie man sich das so vorstellt.
Wir hatschten bei Tropenhitze nach einem schwer improvisierten Starkwind-Anlegemanöver (gottlob hat da niemand zugesehen….) müde die 2 km bis Brindisi – Downtown. Warum die da drinnen alle mit den Autos herumfahren wie wilde Italiener wissen wir nicht. Ein Rad würds auch tun, die Autos sind Ein-Mann-Betriebe. Im Vorbeigehen touristisieren wir kurz am Tancredi-Brunnen (mehr als 1000 Jahre alt) und in einer Kirche aus dem 1. Jahrhundert – dafür gibts keine Süßigkeiten oder gar Gerstensaft während der streng überwachten Siesta. Siesta ist zum Ausrasten, für nix anderes.
Zum Glück hatte der Marine-Shoppe Limoncelli einen 40mm Auspuffschlauch. Das Geschäft würde man nie finden, auch wenn man daran vorbei gehen und in die Auslage starren würde. Wir fragten uns einfach durch; die Leute hier sind sehr nett und offenherzig, und das auch ohne Englischkenntnisse. Jede Frage in unserem fantasievollem oder nicht vorhandenem Italienisch wird akribisch beantwortet, bis ma´s versteht. Selbstverständlich und ohne Eile.
By the way – auch die Marina-Mama Katharina in Vieste (am Kap von Gargano) servisierte uns königlich, war mitten in der Nacht erreichbar und telefonierte mit allen möglichen Händlern, um Preise für unsere bevorstehende Auspuffreparatur herauszufinden; der immer-arbeitende Marinamann, der uns eine Stiege bringt, damit wir leichter von unserem Bugkorb an die Pier flanieren können —- SeglerInnenherz was willste mehr.
Und noch dazu nette Nachbarn, die einfach so, wie bestellt, die passenden Seekarten für unsere Route haben und diese samt Liegeplatz-Geheimtipps billig abgeben. Nochmals vielen Dank an Urs, der übrigens ein Boot abzugeben hat und irgendwo allein in der Adria herumschippert.
Nun ankern wir fern ab der Adria, im Ionischen Meer, am südlichsten Zipfel von Italien. Es ist halb vier und ich habe Ankerwache. Es ist unglaublich und vielleicht verrückt. Als wir die Adria verließen und ums Kap (Castrignano del Capo) herum gingen, begann die Luft anders zu riechen, milder, samtiger. Mamabert meinte, vielleicht ist hier irgendwo in der Nähe eine Mülldeponie. Aber nein, nach ca. 500 Mal einatmen erwächst in uns die Überzeugung, die Luft ist hier anders als noch in der Adria. Ich habe das noch nie irgendwo gelesen, dass nach einem Kap sich die Luft, der Geruch der Luft verändert. Auch die Preise haben sich verändert – es ist noch etwas billiger hier – erleichternd nach den teuren kroatischen Wochen…..Wir sind noch ca. 60 Seemeilen entfernt von der westlichen Seite des Stiefels. Morgen gehts weiter, hoffentlich mit etwas mehr Wind. Der war nämlich die letzten 2 Tage auf Urlaub, wo auch immer er geblasen hat, bei uns nicht.

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Erinnerungen an Kroatien, oder: Good old fucking Velebit

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Segeln ist ja was für Schlafgestörte. Da darf man nicht nur tagsüber an jeder möglichen Büselstelle die Augen kurz schließen und sich entspannen, sondern auch nächtelang wach sein. Nein, man muss sogar. Denn die schönsten Buchten sind stets gekrönt mit den besten Ankerwachen. Und wenn man im einsetzenden Schwell von rhythmisiert gewordenen Dingen geweckt wird, da diese zum Leben erwachen und akkustisch wirksam werden, dann ist es durchaus angebracht, den im Cockpit ruhenden Papabert in die gemütliche Koje einzuladen und selbst ein wenig Anker zu wachen. Umso reizvoller, wenn einen Erinnerungen einholen, die unterhalten und dabei wach-halten – so wie die vom Velebit – oder – wie wir Gary und Jeff getroffen haben.

Gary und Jeff sind in Pula noch unsere Nachbarn gewesen….wohlgemerkt auch Trintella-Genossen, wenngleich auch schon viel erfahrener als wir und seit ihrer Kindheit mit dem Meer vertraut. Sie haben uns wertvolle Tipps gegeben und wir haben sie lieben gelernt – und wahrscheinlich nur durch ihre Hilfe beim „Ausparken gegen den Wind in Pula“ unseren Trip Richtung Zadar, der Stadt der Ersatzteile und wissenden Bootsfachmänner ( und auch –frauen wenns denn sein soll) sowie Etappenziel unserer Gäste unbeschwert fortgesetzt.
Dieser war sehr abwechslungsreich, beginnend mit einer Starkwindfahrt ums Kap die sich zu einem Material- und Crewtest ausgewachsen hat, da uns Good Old Velebit viel zu viel Wellen und Wind bescherte. Es ist ja gut, dass so manche Gedanken im Langzeitgedächtnis gespeichert werden, weil, als die Maschine in der Wellen- und Talfahrt (mit 7.6 Knoten bittesehr und einer Lage, die jeden Kränungsmelder heiser werden hätte lassen) erst beim 3. Startversuch unwillig anlief, haben wir das mit dem nächsten Wellenberg bereits wieder hinter uns gelassen. Weil: geht ja eh und gut, dass sie geht – wir wollen nach Losinj.
Das Wetter wurde besser und kleiner unsere Sorgen – vielleicht in a bisserl Wind wär fein so rund um Losinj und Richtung Pag, aber immerhin: es knallt uns nix mehr auf die Nase. Die folgenden Badetage waren voller Wärme und angenehmster Gesellschaft. Als wir die Höhen und Niederungen der Pagschen Urlauberwelten hinter uns hatten, waren wir um viele Erfahrungen mit uns selbst reicher geworden. Viele Freunde, viele Kontakt und daraus entstehend viele unterschiedliche Bedürfnisse werden gebündelt wirksam. Das bildet die Persönlichkeit auf See – juchee.
Das erste (normale!) Schiff, welches sich mutig und unbeeindruckbar zwischen den Superyachten in Zadar schaukelnd zeigte war – Batoo, die bekannte Trintella. Mamabert kreischte in Groupiemanier durch den Hafen und Kindbert lief nach einem erfolgreichen Anlegemanöver sofort zu Gary und Jeff„ Die kenn ich eh schon von Pula“ und unterhielt sich mit Hilfe seines kürzlich erworbenen Handy-Games-Info-Englisch dort eine für uns fast beunruhigende Zeit lang alleine supergut. Anscheindend kann alles Kinder bilden (auch wenn wir Erwachsenen es nicht für möglich halten)!!!
Der Austausch der Reiserouten und Experiences erforderten dann all unsere Englischkenntnisse, die ja erfahrungsgemäßerweise bei reichlich Genuss von Sundownern im Hafen immer besser werden und erweckten das Interesse, sich doch mal die Maschinen der beiden „gleichen“ Schiffe anzusehen.

Nun ja – die Kurzform dieser darauf folgenden Werdeprozesse wurden ja schon im letzten Beitrag „Zadar kopfüber“ beschrieben.

Bezüglich des Speiseplans in Reparatur- (oder für den Rest der Crew schlichtweg: Warte)zeiten sei den Seglergattinnen und Smutjes der europäischen Welt mitgeteilt: zum Frühstück stets alles was da ist  (signalisiert Hoffnung, dass alle Wünsche erfüllt werden), Kühlschranktetris mit hauptsächlich kalter isotonischer hopfenmalziger Getränke – nur zum Ausgleichen weggeschwitzter Elektrolyte bitte sehr – und Essen wia daham. Getrocknete Wurst von der Oma. Tiroler-Knödel-Suppe. Die gibts sicherlich auf keiner Superyacht, so schön die Crew auch ist…..Mamabert glaubt fest daran, dass die nur so schön sind, weil sie noch nicht wissen, was gut ist. Und Knödel mit Ei und Krautsalat kennen die sicher am Tag darauf auch nicht als Standardmenü. Mamabert dachte an ihre alte Hauswirtschaftslehrerin – die wär stolz auf sie. Nicht nur sättigend, sondern auch gesund und  billig und nix weggeschmissen. Perfekte Haushaltsführung bei bestem Service halt. Daneben sei auch das Steakhous hinter der Marina im Park sehr empfohlen!!!!
Kindbert jedenfalls hatte es fein. Ein wirklich toller, schattiger Park hinter der Marina, Spielen mit Mamabert und Baden im Hafen von Zadar (das ist nicht witzig. Hier baden alle andern auch!). Ach, nicht zu vergessen sein Hennatattoo. Letztendlich gibt es in jedem Hafen auch ein W-Lan und es darf mit Leib und Seele übers Handy elektronisch gesurft werden. Er konnte ja nicht wissen, dass 3G nicht das Netz der Marina Zadar ist.
Somit ein Hoch auf alle die es schaffen, die Zeit zwischen Geburt und Tod mit beschäftigungstherapeutisch sinnvollen Dingen zu füllen!

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