Beiträge mit dem Schlagwort: Trintella 3

Giglio, bitte kommen!

Was für ein Sommer? Wieder mal präsentierte sich unser Meer von ganz neuer Seite! Mal ruhig wie Buddha auf Benzos, mal im Wolkenbruch, der zur Meeresüberschwemmung führt. Aber nicht nur das Meer! Auch die Seelenverwandten auf ILVA zeigten diesmal, was sie draufhatten - Freundschaft, Seemannschaft, Genuss, Dynonysos und sonstige Emotionen! Aber nicht nur Schönes sahen die Teerjacken aus Wien - auch viel Müll im Meer! An den entlegensten Buchten von Capraia im Süden trieben Plastik, viel Plastik und trübe Brühen an der Oberfläche herum. What the hell? 
Davon bekommen wir Tubenkathare und Diharrööö...
In Giglio ankerten wir in der schönsten Bucht des Mittelmeeres. Das weiß auch Mister Prada, der hoch in den Felsen (ohne Straße wohlgemerkt) eine Villa für sich bauen ließ - mit dem Helikopter - so kommt er auch gelegentlich mal vorbei oder auch nicht. Oberhalb der "Cala Caldane" auf Giglio stehen kleine Villen aber auch von Schweizern und sonstigen Superreichen - alles ohne Straße und Zufahrt - dafür aber - so hoffe ich - mit Strom und Kanalisation?
Das alles erzählte uns ein Einheimischer Opa, der uns morgens mit unserem Beiboot aus dem Hafen Giglio rausschleppte, weil der Außenborder um 2 Uhr früh streikte und nicht mehr wollte. So brauchten wir auch auf die Schnelle ein Hotelzimmer in der Nacht - das wir mit einigem Telefonieren auch hinkriegten. Die Leute von Giglio sind Probleme auch gewöhnt. Schließlich musste sie 2012 auch 4000 Menschen in einer Stunde aufnehmen. Das alles ändert nichts an der Freundlichkeit des Eilandes. Extra erwähnenswert ist noch die Ortschaft "Castello" am Berg. Ganz unscheinbar - und von der Ostseite der Insel völlig unsichtbar thront ein ganzer uralter Gebäudekomplex hinter Burgmauern über der Toskana - gar nicht weit weg vom Festland.
Etwas überraschend - und wegen dem schlechten Wetter auf Elba ganz im Osten (in Rio Marina) - besichtigten wir die Minen - wo zwischen 1920 bis 1960 Mineralien abgebaut wurden. Die Mineralien liegen hier einfach am Boden herum - Hämatit, Limonit, Pyrit und Elbait (ein Turmalin). Warum der Bergbau aufhörte? Zu teuer - in Brasilien gibts das Zeug, das die Erde rettet, einfach billiger... und ganz sicher umweltfreundlicher.
Der Sommer 2025 war geil, intensiv, aufregend. So soll es sein. Bis zum nächsten Törn!
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Familiensegeln Capraia – Cap Corse

Familiensegeln ist eine tolle Sache. Vor allem, wenn die Kinder die Schiffsbewegungen gut vertragen. Unsere Tochter lief auf Ilva herum wie eine alte Seebärin. Trotz hohem Schwell in der Nacht und auch unter Fahrt konnten wir einen schönen Urlaub auf Capraia und auf Cap Corse genießen. Kurzes Schockerlebnis war eine Qualle am Unterschenkel – das Meer beißt auch mal unerwartet zu, das vergisst man manchmal. Bald wars wieder vergessen.

Auch der Mistral beglückte uns einige Tage mit 50 kn starken Sturmböen – den Kellnerinnen holte es immer wieder Pizzas oder das Gedeck von den Tischen oder beides. Wir waren zum Glück dann schon im Hafen von Macinaggio auf Cap Corse. Andere Riesenyachten kamen etwas verspätet rein, was für uns Wiener, die gern fest vertäut am Land oder in der Ubahn hängen, lustig zum Zuschauen war (wir wissen eh, dass die besten Kapitäne immer an Land stehen…) – einen Kinobesuch konnte man sich sparen, was garantiert mehr Zeit und Geld für das Wirtshaus bedeutet; in Frankreich kommt das ganz besonders gut..-. Im Hafen war was los bei Sturmböen. Eine Bavaria 36 neben uns, ganz liebe Ragazzi aus Italien, machten jeden Tag einen Bubentörn raus aufs Meer. Auch bei Mistral. Für uns waren sie Helden. Einmal blieben sie mit ihrer Bavaria mit dem Ruderblatt an einer gespannten Leine im Hafen hängen. Eine Riesenyacht überfuhr sie dabei fast, weil sie wegen dem Mistral wenden musste. Riesending um Riesending kam in den Hafen. Da strahlten sie mit ihren Bugstrahlrudern, was das Zeug und die Batterien hergaben, die Hafenboys und – Girls schrien, die Steuermänner schwitzten und bekamen Riesenaugen wie Tintenfische. Es tummelte sich wie im Ameisenhaufen. – nur die oberen Zehntausend (reich und schön) blieben völlig gechilled am Vordeck ihres Megadampfers und rieben sich frisch mit Sonnencreme ein. Ein Specktakel…

In Bastia waren wir auch – so eine schöne Stadt, mit einem riesigen Platz für Helden und Eisesser. Dagegen wirkt der alte Hafen ziemlich heruntergekommen. Auch viele Gebäude ringsum – manche Balkone scheinen sich schon bald in Richtung Gehsteig zu verabschieden, Toilettenabflüssen inklusive. Allerdings haben wir auch das Historische Museum von Bastia besucht, das sich auch der Geschichte der Banditen widmet – die Banditen versteckten sich in den Bergen Korsikas und wollten sich nicht unterkriegen lassen, weder von Franzosen, noch von Italienern.

Wir lieben das Cap Corse. So unberührt, so ursprünglich, so viel Natur gibts im Hochsommer selten… Kanonen sind übrigens super Balanzier-Übe-Teile! Vor allem bei Starkwind!

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